Welt 05.06.2026
09:35 Uhr

Mehr „Partnerschaftlichkeit“ – Prien bringt Ausweitung der Väter-Monate ins Spiel


Die Familienministerin nimmt Väter in die Pflicht: Sie sollen künftig mehr als zwei Monate in Elternzeit gehen, um vollständig vom Elterngeld zu profitieren. Zudem ist Prien offen dafür, die Bezugsdauer der Leistung zu verkürzen.

Mehr „Partnerschaftlichkeit“ – Prien bringt Ausweitung der Väter-Monate ins Spiel

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hält eine Senkung der maximalen Elterngeld-Bezugsmonate für vorstellbar, um im Gegenzug die monatlichen Beträge anzuheben. „Ich könnte mir schon vorstellen, dass man einerseits verkürzt, aber andererseits die Lohnersatzrate und eben Lohnersatzrate und Mindest- und Höchstbetrag anhebt“, sagte Prien im Berlin Playbook Podcast von „Politico“. Derzeit können Paare zusammen 14 Monate Elterngeld beziehen, wovon ein Elternteil mindestens zwei Monate nehmen muss. Die Lohnersatzrate – also die Höhe der Leistung – liegt bei 65 Prozent des Nettoeinkommens, wobei der Mindestbetrag 300 und der Höchstbetrag bei 1800 Euro liegen. Außerdem sollen Väter künftig mehr als zwei Monate in Elternzeit gehen müssen, damit das Paar den vollen Bezugsraum ausschöpfen kann. „Dass man da noch mal ein Stück entgegenkommt, jedenfalls wenn man den vollen Elterngeld-Bezug haben will“, könnte hierbei eine „Idee“ sein, so Prien. Dies sei zwischen Union und SPD so vereinbart: „Im Koalitionsvertrag (verlinkt auf https://www.koalitionsvertrag2025.de/) , der für mich nach wie vor die entscheidende Grundlage meiner Überlegungen ist, steht drin: Wir wollen mehr Partnerschaftlichkeit.“ Wörtlich heißt es im Koalitionsvertrag, es sollten Anreize für „insbesondere mehr Väterbeteiligung in alleiniger Verantwortung“ geschaffen werden. Allerdings gibt es Widerstände dagegen, die maximale Bezugsdauer eines Elternteils, in den meisten Fällen der Mütter, auf unter zwölf Monate zu verkürzen. Aufgrund einer milliardenschweren Finanzierungslücke im Bundeshaushalt für 2027 muss Prien in ihrem Etat 500 Millionen Euro einsparen. Das Elterngeld ist dort der größte Ausgabenposten. Dieser Bericht kommt aus dem „Berlin Playbook“ von „Politico“. Für mehr Insights aus dem Kanzleramt immer wochentags um 7 Uhr können Sie sich hier kostenlos anmelden (verlinkt auf https://www.politico.eu/deutschland-berlin-playbook/) .